genderraum

 

Beim Verein Genderraum setzen wir uns mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen und verschiedenen Achsen der Ungleichheit auseinander, wobei wir sowohl die strukturelle Ebene als auch die Ebene des Subjekts fokussieren. In unserer Arbeit benennen wir Diskriminierungsformen, leiten Prozesse der (Selbst-)Reflexion an und suchen nach Strategien zur Veränderung. Wir stützen uns insbesondere auf Theorien feministischer Wissenschafter_innen und Arbeiten der Gender Studies bzw. kritischer Sozial- und Geisteswissenschaft.

 

Dabei sind auch die analytischen Kategorien Gender und Diversity für uns von zentraler Bedeutung. Da es an diesen Kategorien und ihrer Verwendung jedoch auch berechtigte Kritik gibt, möchten wir sie uns auf eine spezifische Art aneignen, um sie für die Analyse von Macht- und Herrschaftsverhältnissen und als Ausgangspunkte für Veränderung nutzbar zu machen.

 

Diversity

 

Geschlecht, Ethnie/race, Klasse, Alter, Ability sind zentrale Kategorien der Differenz, die als soziale Platzanweiserinnen fungieren, die Individuen ihren Ort in der Gesellschaft, ihre Funktionen darin und ihre Lebenschancen zuweisen. Diese Verortung in der Gesellschaft entlang unterschiedlicher Differenzkategorien resultiert aus einem Zusammenspiel von unterschiedlichen Pressionen, von Gewalt und ihrer Akzeptanz, von ökonomischen Handlungszwängen, normativen Vorschreibungen, kulturellen Deutungssystemen, individuellen Bedürfnissen, Selbstbildern und Selbstinszenierungen. Diversity stellt für uns eine „Theorie der Macht“ dar, mit der die Macht-, Herrschafts- und Normierungsverhältnisse, die bei der gesellschaftlichen Positionierung von Individuen bestimmend sind, analysiert und kritisiert werden können.

 

Gender

 

Mit der analytischen Kategorie gender betrachten wir Geschlechterverhältnisse als strukturierte und strukturierende Bedingungen von Gesellschaft bzw. gesellschaftlicher Gemeinschaft. Gender fungiert im Sinne einer uns zugewiesenen und durch unser Handeln hergestellten Geschlechtsidentität als Platzanweiserin in der Gesellschaft und verweist zugleich auf die Konstruiertheit und Veränderbarkeit von Geschlecht. Mithilfe des Begriffs wird es möglich, Geschlecht als signifikante Strukturkategorie vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Machtverhältnisse zu analysieren und dabei Geschlecht nicht als ahistorisches, unveränderliches Konstrukt, sondern als Ausgangspunkt für Veränderung zu denken.

 


brigitte theißl

hat Journalismus und Unternehmenskommunikation und Gender Studies studiert. Sie ist Redakteurin beim feministischen Magazin an.schläge, seit mehreren Jahren beruflich im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig und ist externe Universitätslektorin. Ein Anliegen der Bloggerin ist es, den Leistungen der Gender Studies, feministischen Theorie und der kritischen Männlichkeitsforschung auch außerhalb der Universitäten Aufmerksamkeit zu verschaffen, was sie unter anderem auf ihrem Blog Denkwerkstatt tut. Beruflich und privat setzt sie sich intensiv mit den Themen (Frauen-)Politik, Ökonomie und Medien auseinander und ist in zahlreichen Netzwerken und feministischen Initiativen aktiv.

 

heike fleischmann

hat Soziale Arbeit und Gender Studies studiert. Sie hat schon in der feministischen Mädchenarbeit, in der Pflege, der Begleitung von Menschen mit Behinderungen und im Österreichischen Parlament gearbeitet. Ihr Ziel ist es, die Herausforderungen einer feministischen Lebensführung zwischen Ansprüchen, Anforderungen, Strukturen – zwischen Idealen und Wirklichkeiten - zu ergründen und nach Chancen der Umsetzung zu suchen. Ihre Schwerpunkte liegen auf Beziehungsformen, der Verbindung von Liberalismus und Feminismus sowie Gewaltschutz. Im genderraum widmet sie sich Angeboten feministischer Grundlagenarbeit und der Vernetzung.

 

maria zimmermann

studiert Politikwissenschaft und ist seit Jahren in verschiedenen gesellschaftspolitischen Bereichen aktiv. Sie führt diese Arbeit mittlerweile im Referat für Menschenrechte und Gesellschaftspolitik der Bundes ÖH fort. Durch ihr netzpolitisches Engagement kam sie zum Feminismus und versucht nun diese beiden Schwerpunkte zu kombinieren. Sie bloggt auf mahriah.org und hat zu letzt u.a. Workshops zum Thema Netzfeminismus, feministischer Netzpolitik und Datensicherheit gegeben. Neben ihren feministischen Projekten (Mitorganisator*in vom FemCampWien, netzfeministisches Bier Wien, fem. Cryptopartys), ist sie Teil vom kritischen Kollektiv prozess.report, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, politische Gerichtsprozesse zu begleiten und in ihrer Komplexität nachvollziehbarer aufzubereiten.