Rezensionen

Regulation und Politisierung von Geschlechterverhältnissen im fordistischen und postfordistischen Kapitalismus.

Weiss, Alexandra (2012), Münster, Westfälisches Dampfbood.

 

Welche Umgestaltungen, Kontinuitäten und Widersprüche hat die Geschlechterordnung im Laufe der Transformationen des Kapitalismus erfahren? Dieser Frage widmet sich die Politikwissenschafterin Alexandra Weiss in ihrer Studie. Ein Buch, das sowohl inhaltlich als auch sprachlich punktet.

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Gewalt und Handlungsmacht. Queer_Feministische Perspektiven
Gender Initiativkolleg (Hg.) (2012), Frankfurt/New York, Campus Verlag.

 

Im November 2012 ist der Sammelband “Gewalt und Handlungsmacht. Queer_Feministische Perspektiven” erschienen, der vom Gender Initiativkolleg herausgegeben wurde und auf einer Ringvorlesung basiert, die 2011 an der Uni Wien abgehalten wurde. Die Autor_innen setzen sich mit aktuellen queer_feministischen Debatten rund um Gewalt, Gewaltbegriffe und Agency auseinander und geben einen Einblick in die verschiedenen Forschungsfelder ihrer wissenschaftlichen Disziplinen bzw. Arbeitsbereiche. Besonders positiv fällt auf, dass die einzelnen Beiträge nicht nur nebeneinander stehen, sondern die Autor_innen sich aufeinander beziehen, sich widersprechen und ergänzen, wodurch (produktive) Konflikte und die Komplexität des Themenfeldes sichtbar gemacht werden. Diesbezüglich stellt das erste Kapitel, “Kritische Perspektiven auf innerfeministische Machtverhältnisse”, einen gut gewählten Einstieg dar. In vier Beiträgen werden Auseinandersetzungen rund um die Intersektionalitätstheorie und analytische Kategorien sowie das (Nicht-)Thematisieren von Rassismus besprochen, wobei auch die eigenen Bedingungen der Wissensproduktion und akademische Strukturen innerhalb des Initiativkollegs thematisiert werden.

 

“Wie lässt sich der Zusammenhang zwischen Geschlecht und Gewalt angemessen begreifen, ohne gewaltförmige Ausschlüsse zu produzieren? Und wie können sich Feminismen gegenüber einer anti-feministischen Instrumentalisierung der eigenen Ideen verhalten?”, diese Fragen stehen im Zentrum der fünf Kapitel. Beleuchtet werden unter anderem Migrationsdiskurse in Politik und Wissenschaft (Gewalt von Diskursen über Migration und Grenzen) ebenso wie eine Konstruktion des “kulturellen Anderen” im Zusammenhang mit Gewaltverhältnissen und der (feminisierte) “Opfer”-Begriff. Obwohl der Rahmen insgesamt wohl etwas zu weit gesteckt wurde und Beiträge wie jene über Anorexie oder Medienkonsum (trotz interessanter Perspektiven) aus meiner Sicht nicht unbedingt zum Fokus des Buches passen, liegt die Stärke des Sammelbandes in den unterschiedlichen analytischen Zugängen: “Uns geht es darum, mit Blick auf aktuelle Entwicklungen die Schwierigkeiten und Fallstricke einer allgemeingültigen Gewaltdefinition aufzuzeigen.” Die einzelnen Texte erfordern durchaus mehr oder weniger fundiertes Vorwissen, aber auch Einsteiger_innen werden interessante Anregungen mitnehmen können.

 

 

Gleichstellung im Reformprozess der Hochschulen. Neue Karrierewege für Frauen?

Blättel-Mink, Birgit/Franzke, Astrid/Wolde, Anja (Hg.) (2011), Sulzbach/Taunus, Ulrike Helmer Verlag.

 

Der Umbau der gegenwärtigen westlichen Gesellschaft nach sozioökonomischen Kriterien macht vor den Universitäten nicht halt. Universitäten verlieren zunehmend ihre staatlich verwaltete Steuerung und gewinnen an institutioneller Autonomie. Damit einher geht die Anforderung der Einführung eines institutionellen Managements, das sich nicht der Weiterentwicklung spezifischer Fachdisziplinen widmet, sondern der Universität als Organisation und einer verstärkten Zuwendung zur Personalentwicklung, wobei hier vor allem den Karrierestrukturen und der Nachwuchsförderung vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dies betrifft vor allem auch die Position von Frauen im Hochschulbereich.

In neun Beiträgen setzen sich die Autorinnen und Autoren des Buches „Gleichstellung im Reformprozess der Hochschulen. Neue Karrierewege für Frauen?“, das im Ulrike Helmer Verlag erschienen ist, mit den gegenwärtigen Veränderungsprozessen im Hochschulbereich in Deutschland auseinander. Die zwei zentralen Fragestellungen der Beiträge lauten, welche Chancen und Herausforderungen sich für Frauen durch das sich neu herausbildende Hochschul- und Wissenschaftsmanagement ergeben und welche neuen Möglichkeiten der Karriereförderung von Wissenschafterinnen es darin gibt.

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